Dies ist die mobile Ansicht von finanz-anzeiger.de (m.finanz-anzeiger.de) für mobile Endgeräte (Smartphone, Handy, ...).
Für eine browseroptimierte Ansicht wechseln Sie zu » www.finanz-anzeiger.de

Willis Towers Watson Vertriebswege-Survey 2016

Schaden- und Unfallversicherung: Digitaler Vertrieb noch schleppend

- Ausschließlichkeitsvertreter bleiben wichtigster Vertriebskanal / Geschäft über Vergleichsportale stagniert

Köln, 11. Dezember 2017 — Die Vertriebswege in der Schaden- und Unfallsparte deutscher Versicherer zeigten sich 2016 stabil.

Veränderungen einzelner Vertriebswegeanteile blieben für alle Kanäle unter einem Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr. Demnach hat sich jedoch die Erwartung der Marktteilnehmer, dass digitale Kanäle deutlich ansteigen würden, nicht bestätigt. Dies geht aus dem diesjährigen und zum zwölften Mal erhobenen Vertriebswege-Survey zur Schaden- und Unfallversicherung von Willis Towers Watson hervor.[1]

Das Neugeschäft im Überblick: Der Ausschließlichkeitsvertrieb (AO) kann den Abwärtstrend der letzten Jahre mit einem leichten Wachstum durchbrechen (+ 0,2 Prozent) und stellt mit 45,4 Prozent nach wie vor den wichtigsten Vertriebskanal für das Schaden-/Unfallgeschäft dar (Abb. 1). Auch die unabhängigen Vermittler verzeichnen mit 26,1 Prozent auf dem zweiten Platz einen leichten Anstieg (Vorjahr 25,7), gefolgt von den Internetportalen (7,3 Prozent) und dem Direktvertrieb (6,5 Prozent). „Die traditionellen Vertriebskanäle sind weiterhin für über 85 Prozent des Neugeschäfts verantwortlich“, sagt Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson. „Damit bleiben Vergleichsportale und Direktvertrieb weit unter den Erwartungen und auch unter europäischen Vergleichsmärkten.“

Kfz-Versicherung: Deutschland hat Nachholbedarf beim Thema „Digitalisierung“
Betrachtet man das Neugeschäft in der Kfz-Sparte separat, entfallen nach wie vor knapp 45 Prozent des Verkaufs neuer Policen auf die AO. Auch wenn sich die Aufmerksamkeit zurzeit stark auf Digitalisierungs- und Insurtech-Themen richtet: Der Anteil der Portale ist mit 8,7 Prozent nur leicht gegenüber dem Vorjahr angestiegen (+ 0,3 Prozent). „In einigen zentral- und osteuropäischen Ländern sehen wir bereits einzelne Player, deren Marktanteil zwei bis drei Mal so hoch ist wie der Anteil aller Portale im deutschen Kfz-Markt zusammen“, sagt Ulrich Wiesenewsky, Leiter Distribution Services bei Willis Towers Watson und verantwortlich für die Vertriebswege-Surveys. „Dass ein Großteil der Deutschen die Kfz-Versicherung lieber auf Basis persönlicher Beratung abschließt, hängt auch damit zusammen, dass die AO es geschafft hat, eine enge und langfristige Kundenbeziehung aufzubauen, die nicht durch neu entstehende Vertriebskanäle, wie die Portale, zerrüttet wird. Zudem stellen wir fest, dass gerade in urbanen Bereichen für die junge, online-affine Zielgruppe, die möglicherweise eine Versicherung über ein Online-Portal abschließen würde, die Bedeutung des eigenen Autos abnimmt und diese lieber Carsharing-Angebote o.ä. in Anspruch nimmt.“

Vertriebskonzepte brauchen klare Ausrichtung
Versicherungsunternehmen setzen sich mit der alternden Gesellschaft als Zielgruppe auseinander und ziehen teilweise eine Anpassung ihrer Vertriebskonzepte in der Kfz-Sparte in Erwägung. „Dennoch nimmt diese Bereitschaft zur Konzeptanpassung ab – von 84 Prozent auf 47 Prozent in 2016 – eine Entwicklung, die wir als nicht sinnvoll erachten“, so Wiesenewsky. „Im Gegenteil: Wir sehen viele Chancen für die Versicherungsunternehmen, die ihre Vertriebsstrategie langfristig enger an ihrer Kundenstruktur ausrichten.“

Unfallversicherung: Bankvertrieb gewinnt Anteile
Das Prämienvolumen im Unfallgeschäft mit Beitragsrückgewähr konnte in der gesamten Unfallsparte wieder ausgebaut werden.[2] Die Ausschließlichkeit – auch hier wichtigster Vertriebskanal – profitiert davon jedoch am wenigsten und büßt mit 54,1 Prozent knapp zwei Prozentpunkte ein. Die gebundenen Strukturvertriebe verlieren seit 2012 mehr als die Hälfte ihres Neugeschäfts, wohingegen sich der Bankvertrieb mit über einem Prozentpunkt Wachstum auf 11 Prozent am deutlichsten erholen konnte.

Die unabhängigen Vermittler konnten ihr Wachstum in der Unfallsparte seit 2014 fortsetzen. Das spiegelt sich auch in der Erwartungshaltung der Befragten wider, von denen über die Hälfte davon ausgeht, dass der Vertriebsweg „Makler“ in den kommenden fünf Jahren im Gesamtmarkt auf über 30 Prozent ansteigen wird (Abb. 2).

Erhöhter Beratungsbedarf zur Unfallversicherung
Knapp 80 Prozent der deutschen Unfallversicherer sagen, dass die Zunahme an Komplexität und Intransparenz bei den verschiedenen Produkten zu einem erhöhten Beratungsbedarf führe. „Aus unserer Sicht ist die beratungsintensive Unfallsparte auf innovative und kundenorientierte Lösungen angewiesen“, sagt Klüttgens. „Hier kommen zukünftig auch Aspekte wie eine intelligente Vertriebskanalunterstützung in Form von z. B. prognostiziertem Kundenverhalten auf die Unternehmen zu. Nur so werden sie langfristig wettbewerbsfähig sein.“

Ausblick
Aus Sicht von Willis Towers Watson bleibt abzuwarten, inwiefern sich der Online-Vertrieb in den kommenden Jahren verstärkt. „Wir sind uns sicher, dass das Geschäft über die Vergleichsportale ansteigen wird. Dennoch gehen wir nicht davon aus, dass dieser Vertriebsweg innerhalb kürzester Zeit deutlich Marktanteile hinzugewinnen wird, wie es in einigen anderen europäischen Ländern der Fall ist“, resümiert Wiesenewsky. „Die starke Marktstellung der AO in Deutschland bringt gefestigte Kundenbeziehungen mit sich, wodurch die Vertriebswegeentwicklung im deutschen Markt in den nächsten Jahren keine wesentlichen Veränderungen zeigen wird.“

[1] Die Studie bildet knapp 75 Prozent des deutschen Marktes nach Beitragseinnahmen ab. Für nicht teilnehmende Gesellschaften wurden Schätzungen vorgenommen, die auf öffentlich verfügbaren Informationen und langjährigen Marktkenntnissen von Willis Towers Watson beruhen.
[2] Quelle: GDV

Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung ist der jeweilige Aussender:

Willis Towers Watson

Willis Towers Watson
Reiner Jung
Eschersheimer Landstraße 50
D-60322 Frankfurt
Telefon: +49 69 /1505-5116

Homepage:
https://www.willistowerswatson.com

« zurück

Weitere Meldungen

Towers Watson Vertriebswege-Survey zur Lebensversicherung: Bankvertrieb wieder vorne, Makler im Stimmungstief
Köln/Frankfurt, 25. November 2014 – Der Bankvertrieb hatte 2013 den größten Marktanteil beim Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten in Deutschland und schob sich mit 28,5 Prozent vor die Ausschließlichkeitsorganisation (28,1 Prozent). Auf dem...

Willis Towers Watson tritt InsurLab Germany bei
„Digitalen Wandel in der Versicherungswirtschaft fördern und begleiten“ Köln, 9. November 2017 — Willis Towers Watson, eines der weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Advisory, Broking und Solutions, ist zum 1. November dem im Mai 2017...

Willis Towers Watson gründet Hub für fakultative Rückversicherung
Stärkung des Geschäfts in der DACH-Region Frankfurt, 4. Oktober 2017 — Willis Towers Watson (NASDAQ: WLTW) hat eine neue Plattform für das fakultative Rückversicherungsgeschäft in der deutschsprachigen DACH-Region (Deutschland, Österreich,...

bAV-Reform: Interview mit Dr. Reiner Schwinger, Willis Towers Watson
bAV-Reform: „Versorgungslohn ist ebenso wichtig wie Barlohn – das muss in den Köpfen ankommen“ Wie eine starke Alterssicherung funktioniert, ob die Reine Beitragszusage ein Renner oder Ladenhüter wird und welche Bedeutung der Versorgungslohn...

Willis Towers Watson führt Radar 2.0 ein
Schnelleres und differenzierteres Pricing für Schaden-/Unfallversicherer Frankfurt/Köln, 8. September 2016 — Willis Towers Watson bringt weltweit eine neue Version seiner Radar Pricing Software auf den Markt. Mit Radar 2.0 reagieren Schaden- und...

Towers Watson: Insurance Consumer Survey 2015
Verschiebung der Machtverhältnisse: Neues Kaufverhalten wälzt Versicherungsbranche um • „Generation Finanzkrise“ birgt hohes Potenzial • Wissenslücken der Verbraucher: Produkte einfacher aufsetzen • Digitale Strategie...

Vertriebswege-Survey zur Schaden/Unfallversicherung: Ausschließlichkeit weiter mit 50 Prozent Marktanteil in Schaden-/Unfallversicherung
- Direktverkauf setzt sich von Banken weiter ab - Digitalisierung im Vertrieb wird zur größten Herausforderung Frankfurt/Köln, 15. Februar 2016 — In der Schaden- und Unfallsparte deutscher Versicherer blieb die Ausschließlichkeitsorganisation...

Towers Watson Standpunkt: Ruhe vor dem Sturm: Wie fortschrittlich ist die PKV?
„Die Krankenversicherer müssen ihr Geschäftsmodell überarbeiten, und gerade jetzt ist die Zeit für wichtige interne Weichenstellungen.“ Stefan Bause, Director, Towers Watson Köln, 15. Dezember 2015 – Gefühlt ist etwas Ruhe in die PKV-Branche...

1 - Seitenanfang

2 - « Vorige Seite

3 - Nächste Seite »

4 - Startseite (mobil)

8 - zu www.finanz-anzeiger.de

0 - Impressum / Kontakt

© 2012 PresseAnzeiger
Hinweis: Um Ihnen ein optimales Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden. Hinweis schließen   mehr info